Biologisches Monitoring in der Arbeits- und Umwelt

Suche


(Ansprechpartner: Prof. Dr. med. H. Drexler)

 

Durch Verfeinerung der analytischen Methoden in den letzten Jahrzehnten ist es möglich geworden zunehmend Schadstoffe auch im menschlichen Organismus nachzuweisen. Dafür haben sich die Begriffe Biomonitoring oder biologisches Monitoring zunehmend eingebürgert. Man versteht darunter entweder den Nachweis eines Schadstoffes, den Nachweis eines Folgeprodukts des Schadstoffes, das erst im Körper entsteht oder eine Reaktion, die vom Körper als Antwort auf die Belastung meßbar ist. Als Untersuchungsmaterialien eignen sich in erster Linie Blut, Urin und die Ausatemluft.

Wenig geeignet sind hingegen Haare, Speichel und der Stuhl, da hier zwar die Schadstoffe nachgewiesen werden können, der Bezug zur Konzentration (pro g Gewebe) eine Beurteilung der Höhe der Belastung aber nicht zuläßt.
Haaranalysen sind somit in erster Linie geeignet um eine Ja/Nein Antwort zu treffen bzw. die Fragestellung nach Rauschgiftkonsum zu beantworten, nicht aber um zu beurteilen, wie hoch ein Mensch belastet ist.

Ein weiteres Problem bei Haar-, Stuhl- und Speichelanalysen besteht darin, daß diese Kompartimente zur Außenwelt des Organismus gehören, und somit ein Rückschluß auf die innere Belastung nicht möglich ist.
Im Speichel vorhandene Stoffe werden nicht immer und nicht vollständig vom Körper aufgenommen und erscheinen dann im Stuhl. Eine hohe Speichel- und Stuhlbelastung muß daher nicht einhergehen mit einer hohen Körperbelastung. Bei Haaren ergibt sich die Möglichkeit, daß oftmals nicht unterschieden werden kann, ob sich ein Schadstoff von außen dem Haar angelagert hat oder durch das Haarwachstum vom Körper in das Haar gelangte.

Neben dem routinemäßigen Einsatz des Instrumentes Biomonitoring und Nachweis einer Schadstoffbelastung in Arbeit und Umwelt sollen auch neue Methoden etabliert werden. Beispielsweise kann durch den Nachweis von Verbindungen der Fremdstoffe an menschliche Eiweißstoffe eine längere Zeit zurückliegende Belastung noch sicher erfaßt werden. Durch den Nachweis sogenannter Addukte, ist es möglich die Belastungssituation eines Menschen innerhalb der letzten Monate somativ zu erfassen.