Perfluorierte Tenside

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Bestimmung von perfluorierten Tensiden in Plasma

Bestimmung von perfluorierten Tensiden in Plasma

                                        

Perfluoralkylsulfonate                                    Perfluoralkylcarboxylate       

 

Perfluoroctansulfonat  PFOS (n=7)               Perfluoroctanoat  PFOA (n=6)

Perfluorhexansulfonat  PFHxS (n=5)             Perfluorhexanoat  PFHxA (n=4)

Perfluorbutansulfonat  PFBS (n=3)                Perfluorpentanoat  PFPA (n=3)

 

Forschungsgebiete am IPASUM:

 

- Innere Belastung des Menschen, incl. transplacentaler Exposition

 

Der Begriff "Perfluorierte Tenside" (PFT) beschreibt eine große Stoffgruppe von Perfluoralkylsulfonaten, -carboxylaten und sog. Fluortelomeralkoholen sowie derer Derivate.  Diese Stoffe zeichnen sich durch stark oberflächenaktive Wirkungen aus und kommen daher in verschiedensten industriellen Anwendungen zum Einsatz.  Einsatzgebiete sind (bzw. waren, siehe Pressemitteilung) beispielsweise die Oberflächenbehandlung (Wasser-, Öl-, und Schmutz-resistente Beschichtungen für Papier, Lebensmittelverpackungen, Textilien und Teppichböden) und Anwendungen generell als industrielle Tenside. Viele dieser eingesetzten Derivate können  in der Umwelt zu ihren Ausgangssubstanzen abgebaut werden, und nicht weiter. Das bedeutet, dass Stoffe wie Perfluoroctansulfonat (PFOS) und Perfluoroctanoat (PFOA), um zwei Hauptvertreter dieser PFT zu nennen, auf lange Zeit unverändert in der Umwelt verbleiben. Diese Eigenschaft bezeichnet man als Persistenz. Des Weiteren verhalten sich einige dieser PFT bioakkumulativ, d.h. sie werden von Lebewesen aufgenommen und besitzen die Eigenschaft, sich innerhalb der Nahrungskette anzureichern. Am Ende dieser Nahrungskette befinden sich beispielsweise fischfressende Vögel, Eisbären, aber auch der Mensch. Eine Vielzahl von Untersuchungen am Menschen hat gezeigt, dass PFOS und PFOA in Blutproben überall auf der Welt nachgewiesen werden können. Dies trifft auch auf die süddeutsche Bevölkerung zu, wie Studien gezeigt haben, die an unserem Haus durchgeführt worden sind .

Die toxikologische Datenlage der PFT ist als schwach zu bezeichnen. Lediglich für PFOS und PFOA wurden mehrere Untersuchungen durchgeführt. So zeigten beide Stoffe im Tierversuch entwicklungstoxische Eigenschaften und verursachten Krebs, wobei die Relevanz des Mechanismus der Krebsentstehung für den Menschen fragwürdig bleibt. Zwei Monographien sind an dieser Stelle zu erwähnen: Eine Gefahrenabschätzung für PFOS wurde von der OECD erstellt (OECD 2002), eine Risikobewertung für die Gesundheitsgefährdung von PFOA am Menschen wird momentan von der U.S.Environmental Protection Agency (U.S. EPA) bearbeitet.