SKINBAD ­– Skin Barrier and Atopic Diseases

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(gefördert durch EU-COST Initiative, Projekt-Koordinatorin: Dr. Sanja Kezic, Universität Amsterdam (Förderkennzeichen: BM0903); Laufzeit: 2009-2013)

(Ansprechpartner: Dr. med. G. Korinth)

 

Einleitung und Problemstellung
Beim Atopischen Ekzem (AE) handelt es sich um eine chronisch rezidivierende Hauterkrankung, die sich in Form trockener Haut, starken Juckreizes und Überempfindlichkeit gegenüber Umweltreizen in Erscheinung tritt. Die genetische Prädisposition ist ein entscheidender Faktor für die Suszeptibilität der Betroffenen beim AE. Das Wissen über Umwelteinflüsse hinsichtlich der Pathogenese und deren Interaktion mit genetischen Faktoren ist weiterhin limitiert. Die Zahl der Erkrankten ist in den letzten Jahren gerade in Industrieländern (Prävalenz des AE bis zu 20% bei Kindern und bis zu 10% bei Erwachsenen) erheblich angestiegen. Nur im Rahmen eines umfangreichen interdisziplinären Forschungsansatzes können die individuellen Schlüsselfaktoren und die Risiken aus der Umwelt für den Anstieg des AE identifiziert und die Prävention bei besonders suszeptiblen Personen verbessert werden. Dies könnte z.B. durch eine Verringerung der Belastung der Hautbarriere geschehen.
Aus der EU-COST Initiative ist das SKINBAD-Projekt entstanden, an welchem derzeit 49 Mitglieder aus 15 Ländern, darunter auch das Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Erlangen-Nürnberg, beteiligt sind. Expertengruppen aus verschiedenen Forschungsbereichen des Gesundheitswesens sollen neue Erkenntnisse sowohl zur Entstehung, gerade bezüglich genetischer Prädisposition, als auch zu immunologischen Aspekten des AE gewinnen. Dazu wird nicht nur auf den Gebieten der Immunologie und der Hautbarriereforschung, sondern auch in der klinischen Forschung, der Genetik und der Epidemiologie zusammen gearbeitet.

Ziele des Projektes

  • Bündelung des Wissens zum AE aus verschiedenen Fachbereichen
  • Identifizierung genetischer und umweltbedingter Risikofaktoren zur Verbesserung der Prävention, Diagnostik und Therapie des AE
  • Untersuchung der genetisch bedingten Störung der Barrierefunktion der Haut 
  • Evaluierung des Einflusses immunologischer Faktoren, wie inflammmatorischer Stimuli, mikrobieller Antigene oder Allergene auf die Funktion der Hautbarriere, sowie auf die Immunantwort bei Patienten mit AE

Methoden
Expertengruppen der o.g. Bereiche sollen Erkenntnisse zu folgenden Forschungsthemen gewinnen:

  • Verständnis um die Mechanismen für die Entstehung des AE
  • Etablierung einer DNA- und Gewebebank
  • Entwicklung und Validierung von In-vitro-, In-vivo- und Tiermodelle
  • Identifizierung genetischer und funktioneller Suszeptibilitätsmarker des AE
  • Identifizierung von Risikofaktoren aus der Arbeits- und Umwelt

Potentieller Nutzen
Die Hauptintention dieses Projektes liegt darin, die Pathophysiologie des AE besser zu verstehen und dadurch die Möglichkeit einer gezielten und kosteneffektiven Behandlung und Prävention zu schaffen. Durch die Entwicklung neuer Methoden, sowohl In-vivo als auch In-vitro, beispielsweise mittels minimal invasiver Techniken, neuen diagnostischen Tests und auch dem Einsatz von Biomarkern können Risikopatienten schneller identifiziert und individueller behandelt werden.
Jungwissenschaftlern soll im Rahmen des Projektes ein Einblick und das Erlernen neuer Methoden für die Etablierung in eigenen Instituten ermöglicht werden.

Link zur SKINBAD-Homepage:
www.skinbad.eu